Embedded World 2010
| March 7th, 2010Letzten Donnerstag fand also mal wieder die Embedded World, die “weltweit größte Fachmesse ihrer Art und der Treffpunkt der internationalen Embedded-Community.”, in Nürnberg statt.
Leider kann ich mich nur noch an wenige Sachen wirklich scharf erinnern, der Input fürs Gehirn war doch recht viel, also werde ich nun nicht über irgendwelche tollen Innovationen bloggen. Woran ich mich allerdings noch haargenau erinnere ist ein kleiner “Stand” der Firma “Brainlight” (oder hieß nur das Produkt so?).

Gleich nach dem Übergang von Halle 9 in Halle 10 fand man eine kleine Liegewiese, ausgestattet mit Massagesesseln, für erschöpfte Messebesucher vor. Leute lagen mit einem Grinsen auf dem Gesicht in wackelnden, weich aussehenden, schwarzen Massagestühlen, hatten verdunkelte Brillen und Kopfhörer auf. »Moment«, dachte ich, »das kennst du doch!«.
Nach kurzer Zeit wurde ich dann auch von einer Mitarbeiterin angesprochen, ob ich es denn auch gerne mal versuchen wollen würde. Ich kann nun der Einfachheit und Authenzität halber dieses “Gespraech” nur in dieser Form wiedergeben:
»Hallo, wollen sie denn auch mal testen?«
»Och, nein Danke. Ich interessiere mich nur für die Technik. Sagen sie mal, was geben sie den Leuten hier eigentlich auf die Ohren?«
»Das ist Entspannungsmusik und Meditationshilfen.«
»Ah, schon gut. Ich dachte nur, dass sie hier von binauralen Beats Gebrauch machen. Ich weiß nicht, ob sie diese Technik kennen. Ich versuch es ihnen mal mit ganz einfachen Worten zu erklären: Das System basiert auf einer Schwebung, die durch die additive Überlagerung zweier, sich leicht unterscheidender, Frequenzen entsteht. Um mal ein nicht wirklich ganz korrektes Beispiel zu geben:
Ich gebe auf dem linken Kanal eine Rechteckschwingung mit 400Hz aus. Auf dem rechten Kanal sind es 410Hz. Nun entsteht eine Schwebung von 10Hz, welche dann vom, im verlängerten Mark befindlichen, Nucleus Olivaris Superior, der für das Lokalisieren von Schallquellen im Raum zuständig ist, aufgenommen wird. Um nun die Erklärung zu verkürzen – die Gehirnströme nähern sich dann, simpel gesagt, dieser Schwebung an. Es verwundert mich deswegen, dass sie diese Technik hier nicht verwenden. Die Sache mit den LEDs erinnerte mich eben gerade an jene binauralen Beats. Nur die Massage konnte ich dann nicht einordnen, hier sind mir keine wissenschaftlichen Untersuchen bekannt gewesen.
Ach ja, wie funktioniert ihr Produkt denn nun?”
Nach gut einer Minute, ihr Gesicht war versteinert, antwortete sie:
»Wir machen das genau so, wie sie es beschrieben haben, jedoch haette ich es nie so erklaeren koennen, auch wegen der verwendeten Fachwoerter.«
Es verging wieder eine gute Minute, des mich anstarrens. (Ich hatte uebrigens im Vorraus schon die Preise fuer jene Maschinen in Erfahrung gebracht – der Einstieg lag bei etwa 1,8k)
»Darf ich fragen woher sie diese Technik kennen?«
»Och, das hab ich mir mal schnell an nem Nachmittag zusammengeloetet, mir war langweilig.«
»Was? Sie haben sich das mal zusammengelötet?« (Ich muss lächerlich gewirkt haben)
»Ja und wieviel Kosten hatten sie?«
»Puh, also das ist der µController und der…naja, das werden schon gut 3 Euro sein!«
Der Gesichtsausdruck der Frau war durchgehend gleich – versteinert.
»Und wofuer setzen sie das ein?«
»Ja, also momentan nur als Meditationshilfe.«
Danach musste ich ihr noch haargenau meine selbstgeschriebenen Brainwave Pattern erklären und zog dann mit einem breiten Grinsen davon.
Ich hätte ihr echt meine Visitenkarte geben sollen. \o/
